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Foto: Charité/Peitz

Wissenschaftsforschung am Institut für Public Health

Wissenschaftsforschung ist die wissenschaftliche Erforschung der Wissenschaft selbst. Es geht darum, zu untersuchen, wie akademische Wissensschaffung funktioniert. Dafür werden

  • soziale Prozesse,
  • historische Bedingungen und
  • Machtverhältnisse, in die die Wissenschaft eingebunden ist,

analysiert.

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Wissenschaftsforschung

Mit der Wissenschaftsforschung sollen "blinde Flecken" der akademischen Wissensproduktion aufgedeckt werden, die durch die Einbettung von Wissenschaft in politische, ökonomische und gesellschaftlichen Bedingungen gegeben sind.

  • Welche Konsequenzen entstehen aus einer solchen Einbettung für die Art des medizinischen und Public Health Wissens?
  • Was bedeutet dies für die Interpretation und die Nutzung von medizinischem und Public Health Wissens im Alltag?
  • Welche "Natur" hat dieses Wissens?
  • Welche Konsequenzen entstehen daraus für ihre Interpretation und Anwendung?
  • Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Rekrutiertung und Teilnahme in populationsbasierten Studien?

Dies sind Fragen, die am Institut für Public Health gestellt und beantwortet werden.

Projekte

AdvanceGender

Projektbeschreibung:
AdvanceGender ist ein Verbundprojekt des Instituts für Public Health der CharitéUniversitätsmedizin Berlin,  des Instituts für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen und des Robert Koch-Instituts, Fachbereich 24 - Gesundheitsberichterstattung.

Das Ziel des Verbundprojekts AdvanceGender ist die Entwicklung eines Best-Practice-Modells, das die Gestaltung eines Forschungsprozesses populationsbasierter Studien anleiten kann: Geschlechtersensible Forschung soll so ermöglicht werden und als Grundlage für eine empirisch-fundierte Gesundheitsberichterstattung dienen. Hierfür nimmt das Projekt AdvanceGender die Bereiche Studienteilnahme und Rekrutierung, Datenanalyse und Gesundheitsberichterstattung in den Fokus.

Das Teilprojekt 1 (TP1) an der Charité -Universitätsmedizin Berlin, Institut für Public Health und der Medizinischen Hochschule Brandenburg, Arbeitsgruppe Holmberg, widmet sich der Analyse von Rekrutierung und Studienteilnahme in populationsbasierten Studien. Der Gesichtspunkt Intersektionalität bildet dabei die Folie. Damit können Genderdifferenzen im Studienteilnahmeverhalten erklärt werden. TP 1 fragt:

  1. Gibt es gender-spezifische Unterschiede in der Teilnahme an populationsbasierten Gesundheitsstudien? 
  2. Welche Rolle spielt Geschlecht in der Rekrutierung und in den Erzählungen von StudienteilnehmerInnen?
  3. Wie hängt hier Geschlecht mit anderen Kategorien wie Schicht, oder Ethnizität zusammen?


Der Teilbereich Datenanalyse wird von Professor Gabriele Bolte, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Universität Bremen, verantwortet. Die Analyse der Gesundheitsberichterstattung und ihre geschlechtersensible Ausrichtung wird von Anke Christine Saß und Alexander Rommel vom Robert Koch-Institut, Fachgebiet 24 Gesundheitsberichterstattung durchgeführt.   

Förderer: BMBF

Projektleitung/Ansprechpartnerin: Dr. Ute Kalender, Institut für Public Health,

Praxis von Post-Marketing-Studien

Projektbeschreibung:

Post-Marketing-Studien (PMS) sind eine bedeutende Forschungstätigkeit pharmazeutischer Unternehmen nach der Marktzulassung von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Diese Beobachtungsstudien sollen wissenschaftliche Erkenntnisse über die langfristige Sicherheit, Anwendung und Interaktion von Arzneimitteln im medizinischen Alltag liefern. Besonders durch die Aufdeckung seltener und sehr seltener Nebenwirkungen dienen PMS staatlichen Regulierungsbehörden zur Überwachung der Arzneimittelsicherheit. Diese wichtige Aufgabe von PMS ist gesetzlich festgelegt und innerhalb der Europäischen Union harmonisiert. Über inhaltliche und methodische Aspekte von PMS ist wenig bekannt. Das Projekt untersucht die Praxis von PMS, um deren wissenschaftlichen Wert zu beurteilen.

Projektleitung:

Working Group on Health und Working Group on Freedom of Information, Transparency International Deutschland eV.

Beteiligter des Instituts für Public Health:

Dr. Christof Prugger

Publikationen:

  1. Spelsberg A, Prugger C, Doshi P, Ostrowski K, Witte T, Hüsgen D, Keil U. Working Group on Health and Working Group on Freedom of Information, Transparency International Deutschland eV.. Contribution of industry funded post-marketing studies to drug safety: survey of notifications submitted to regulatory agencies. BMJ 2017;356:j337
  2. Spelsberg A, Keil U, Prugger C. Authors‘ reply to Fralick and Kesselheim. BMJ 2017;357:j1850