Foto: Charité/Peitz

NAVICARE – Patientenorientierte Versorgungsforschung

Mit NAVICARE entsteht unter der Projektleitung des Instituts für Public Health ein regionales, aktives Netzwerk für patientenorientierte Versorgungsforschung.
In der ersten Förderphase werden zusätzlich zwei Forschungsprojekte zur Entwicklung eines Patienten-Navigations-Modells durchgeführt: CoreNavi und COMPASS.

Ziel des Projektes ist es, Barrieren und Ungleichheiten in der Versorgung von Patienten mit altersassoziierten Erkrankungen zu reduzieren.

Sie befinden sich hier:

Hintergrund

Das Gesundheitssystem in Deutschland ist hoch spezialisiert, aber auch stark fragmentiert. Dies stellt insbesondere für Patienten mit chronischen Erkrankungen und Multimorbidität eine Herausforderung dar.
Innovative Versorgungsmodelle könnten dazu beitragen, bestehende Barrieren und daraus resultierende Versorgungslücken zu verringern. Ein möglicher Ansatz ist der Einsatz von sogenannten „Patienten-Navigatoren“, wie es sie z.B. in den USA gibt. Navigatoren sind speziell geschulte Personen, die Patienten auch über die Grenzen der üblichen Versorgungsstrukturen hinaus begleiten und so die „Navigation“ in einem fragmentierten Versorgungssystem erleichtern. Ob dieses Konzept auch auf chronisch kranke Patienten in Deutschland übertragbar ist und wie z.B. Ausbildung, Aufgaben, Zielgruppen und Vergütung der Patienten-Navigatoren zu definieren sind, ist zu prüfen.

Das Netzwerk zur Stärkung patientenorientierter Versorgungsforschung

Das Netzwerk von NAVICARE vereint inhaltliche und methodische Kompetenzen verschiedenster Projektpartner und umfasst auch Stakeholder und Patientenvertreter. Neben Forschung und Netzwerkarbeit soll die Ausbildung in der Versorgungsforschung gestärkt und Nachwuchswissenschaftler gefördert werden.
Die Aktivitäten des NAVICARE-Netzwerks sind in drei Arbeitsgruppen organisiert:

  • Netzwerk & Dissemination
  • Forschung
  • Lehre und Nachwuchsförderung

Mehrere methodische Experten sind in das Netzwerk eingebunden mit Expertise  in den Bereichen

  • Qualitative Methoden/mixed-methods
  • Biometrie
  • Gesundheitsökonomie

Die Auftaktveranstaltung fand am 22.02.2017 statt. Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier. Eine Zusammenfassung der bereits durchgeführten Workshops finden Sie auf der Webseite von NAVICARE.

Projektleitung:
01.02.2017 - 31.05.2018: Prof. Dr. Jacqueline Müller-Nordhorn
seit 01.06.2018 PD Dr. Nina Rieckmann 

Laufzeit: 01.02.2017 bis 31.01.2020

Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Fördersumme: 1.950.000 Euro

Webseite: https://navicare.berlin/de.

An dem Projekt beteiligte Personen und Institute sowie Kooperationspartner

Projektleitung:

Institut für Public Health

PD Dr. Nina Rieckmann

Netzwerkpartner:

Institut für Public Health (Koordinierungszentrum)

  • Dr. Charlotte Klein (Koordinatorin des Netzwerks)

Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC)

  • Prof. Dr. Ulrich Keilholz
  • Dr. Ute Goerling

Centrum für Schlaganfallforschung (CSB)

  • Prof. Dr. Andreas Meisel
  • Bob Siegerink, PhD

Institut für Allgemeinmedizin

  • Prof. Dr. Christoph Heintze
  • Dr. Susanne Döpfmer

Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft

  • Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey
  • PD Dr. Liane Schenk


Methodische Expertise:

Qualitative Methoden, Mixed-Methods

Biometrie

Gesundheitsökonomie


Weitere Kooperationspartner innerhalb der Charité:


Kooperationspartner außerhalb der Charité:

 

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Teilprojekte CoreNavi und COMPASS

Ziel der ersten Förderphase von NAVICARE ist es, ein patientenorientiertes Navigation-Modell zu entwickeln, welches die Patienten auf ihrem Weg durch das fragmentierte Versorgungssystem unterstützt. Mit der Entwicklung des Patienten-Navigation-Modells befassen sich zwei Forschungsprojekte:

Teilprojekt 1: CoreNavi – Entwicklung eines Modells zur Patientennavigation

Ein Ziel dieses Teilprojektes ist es, die existierenden Ressourcen für die Versorgung von Patienten mit den altersassoziierten Erkrankungen Schlaganfall und Lungenkrebs in Berlin systematisch zu erheben. Zusätzlich gilt es zu definieren, worin eine „optimale Versorgung“ aus Sicht von Patienten besteht und welche Barrieren hierfür vorliegen. Um mögliche Schwachstellen aus der Patientenperspektive zu erfassen, werden qualitative Interviews mit Lungenkrebs- und Schlaganfallpatienten geführt. Diese Interviews erfolgen zu drei verschiedenen Zeitpunkten innerhalb des Krankheitsverlaufs.
Zur Identifikation von vulnerablen Gruppen, die keine leitliniengerechte Versorgung erhalten, werden Sekundärdatenanalysen durchgeführt.

Team:

Institut für Public Health

  • PD Dr. Nina Rieckmann
  • Hella Fügemann
  • Dr. Kathrin Gödde
  • Verena Mauckisch
  • Marion Grimberg
  • Anke Desch

Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC)

  • Prof. Dr. Ulrich Keilholz
  • Dr. Ute Goerling

Centrum für Schlaganfallforschung (CSB)

  • Prof. Dr. Andreas Meisel
  • Bob Siegerink, PhD

Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft

  • Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey
  • PD Dr. Liane Schenk
  • Johannes Deutschbein
  • Daniel Schindel

Medizinische Hochschule Brandenburg / Institut für Public Health

  • Prof. Dr. Christine Holmberg, MPH

Teilprojekt 2: COMPASS – Coordination of Medical Professions Aiming at Sustainable Support

Im Rahmen von COMPASS wird die “optimale Versorgung” multimorbider Patienten aus Sicht von Allgemeinärzten, medizinischen Fachangestellten und Patienten charakterisiert. Bereits existierende Navigationsmechanismen in der allgemeinärztlichen Versorgung sollen systematisch erfasst und der mögliche Einsatz von medizinischen Fachangestellten bei der Übernahme von Navigationsaufgaben explorativ untersucht werden. Zusätzlich werden Daten aus einer Versichertenbefragung ausgewertet, die die Perspektive von Patienten gegenüber Navigation und Delegation sowie die Inanspruchnahme und Wahrnehmung der Gesundheitsversorgung behandeln.
Die Machbarkeit und Akzeptanz des auf Grundlage der Ergebnisse der beiden Teilprojekte entwickelten Patienten-Navigation-Modells sollen in einer Pilotstudie überprüft werden.

Team:

Institut für Allgemeinmedizin

  • Prof. Dr. Christoph Heintze
  • Dr. Susanne Döpfmer
  • Dr. Lisa Peter
  • Judith Stumm
  • Cornelia Thierbach

Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft

  • Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey
  • Dr. Susanne Schnitzer

Navicare-Team am IPH

  • PD Dr. Nina Rieckmann, Projektleitung
  • Hella Fügemann, MA, MPH, wissenschaftliche Mitarbeiterin Teilprojekt 1
  • Dr. Kathrin Gödde, wissenschaftliche Mitarbeiterin Teilprojekt 1
  • Marion Grimberg, studentische Mitarbeiterin, Teilprojekt 1
  • Verena Mauckisch, Studienassistentin, Teilprojekt 1
  • Dr. Charlotte Klein, Koordinatorin
  • Prof. Christine Holmberg, Qualitative Methoden
  • Anke Desch, studentische Mitarbeiterin, Teilprojekt 1 und Koordinierungszentrum
  • Claudia Meßner, studentische Mitarbeiterin Koordinierungszentrum