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Foto:Flickr, Helen Harrop, CC BY-SA 2.0

CDCare - Versorgung von Patienten mit koronaren Herzerkrankungen: eine Bedarfsanalyse für Patienten mit und ohne Depression

CDCare ist eine prospektive Kohortenstudie, die Zusammenhänge zwischen koronaren Herzerkrankungen und Depressionen aufzeigen möchte. Die Studie ist abgeschlossen.

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CDCare - Versorgung von Patienten mit koronaren Herzerkrankungen: eine Bedarfsanalyse für Patienten mit und ohne Depression

Hintergrund:

Anhaltende depressive Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität, erhöhen die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen und sind mit einer schlechteren medizinischen Prognose (z. B. Herzinfarkt) assoziiert. Allerdings ist Depression im klinischen Alltag oft unterdiagnostiziert und unterbehandelt. Ein routinemäßiges Depressions-Screening bei KHK-Patienten, wie von vielen Fachgesellschaften empfohlen, könnte unter Umständen zu einer verbesserten Versorgung beitragen, allerdings muss eine qualifizierte Anschlussversorgung (Diagnostik und Therapie) gewährleistet sein. Bislang existieren in Deutschland keine Daten, die es ermöglichen, das Ausmaß dieses Versorgungsbedarfs und der daraus entstehenden Kosten sowie eventuellen Kosten-Einsparungen abzuschätzen.

Projektbeschreibung:

Die CDCare Studie ist eine prospektive Kohortenstudie. 1500 stationäre Patienten mit koronarer Herzkrankheit, die an 2 Universitätskliniken (medizinische Klink mit Schwerpunkt Kardiologie an der Charité und Department für Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum Münster) rekrutiert wurden, erhielten ein Depressions-Screening und klinisches Interview. Über einen Zeitraum von 12 Monaten nach Einschluss in die Studie wurden folgende  Daten erhoben:

  • der Verlauf depressiver Symptomatik,
  • Daten zur aktuellen Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen (insbesondere Krankenhausaufenthalte),
  • Inanspruchnahme von Angeboten zur Depressions-Behandlung,
  • zu Barrieren der Inanspruchnahme,
  • zur Patientenzufriedenheit,
  • zum Kenntnisstand und Präferenzen der Patienten bezüglich Anbieter, Behandlungsformen (z.B. Pharmakotherapie und Psychotherapie) und –Setting (z.B. Einzel- oder Gruppentherapie) von Depressionstherapien.

Erhoben wurden ferner zukünftige Krankenhausaufenthalte.

Zusätzlich zur quantitativen Erhebung wurden Fokusgruppen durchgeführt.

Die Ergebnisse sollen es ermöglichen, Ressourcen, die zu einer erfolgreichen Implementierung eines routinemäßigen Depressions-Screening mit daran anschließender patientengerechter Versorgung benötigt werden, abzuschätzen.

Die Studie befindet sich zur Zeit in der Auswertungsphase.

Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Laufzeit: 1.3.2012 – 31.8.2015

Kooperationspartner:

  • Prof. Dr. Wilhelm Haverkamp (Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, Charité, Campus Virchow Kl)
  • Prof. Dr. Andreas Ströhle (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité, Campus Mitte)
  • Prof. Dr. Johannes Waltenberger (Department für Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum Münster )
  • Prof. Dr. Volker Arolt (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Münster)
  • Prof. Dr. Peter Martus (Institut für Klinische Epidemiologie und angewandte Biometrie, Universitätsklinikum Tübingen)

Projektleitung:

PD Dr. Nina Rieckmann