ein geöffnetes braunes Auge einer Frau
Das Auge
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Altersbedingte Makuladegeneration und ihre Folgen aus Sicht von Betroffenen und Versorgern (AMD-Care)

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) stellt die häufigste Ursache für eine Sehbehinderung oder eine Erblindung im Alter (< 60 Jahre) dar, die zu erheblichen Einschränkungen im alltäglichen Leben der Betroffenen führt.

AMD-Care analysiert, wie ältere Menschen mit AMD mit diesen Einschränkungen umgehen und welche Hilfen und Unterstützung sie benötigen. Ziel ist es, langfristig eine gute Versorgung älterer Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sicherzustellen.

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AMD-Care: Altersbedingte Makuladegeneration und ihre Folgen aus Sicht von Betroffenen und Versorgern

Hintergrund:

Die Zahl der älteren Menschen mit Sehbeeinträchtigungen steigt im Zuge des demographischen Wandels kontinuierlich. Dies ist vor allem auf die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zurückzuführen.  Die tägliche Hausarbeit, das Autofahren oder das Lesen von Büchern ist bei fortgeschrittener Erkrankung ohne menschliche oder technische Hilfe nicht mehr möglich. Gerade ältere Menschen haben meist noch andere Erkrankungen und müssen mit zunehmendem Alter mit Einschränkungen in ihrer Selbständigkeit rechnen. Plötzlich nicht mehr sehen zu können, führt zur Unsicherheit im Alltag der Betroffenen. Hierfür gibt es für Betroffene sowohl hilfsmittelbezogene als auch psychosoziale Beratungsangebote, um ihre Selbstständigkeit solange wie möglich zu erhalten. Allerdings scheint der Zugang zu diesen Beratungsangeboten gerade für ältere Menschen erschwert zu sein, die Informationen erreichen Betroffene nicht in ausreichendem Maße. 

Projektbeschreibung:

Das Projekt AMD-Care will bestehende Hindernisse zur Nutzung hilfsmittelbezogener und psychosozialer Beratungsangebote erheben und analysieren. Dafür wird zum einen der Wissensstand von Augenoptikern und Augenärzten zu hilfsmittelbezogenen und psychosozialen Beratungsangeboten erfasst und zum anderen die lebensweltliche Sichtweise älterer Menschen mit AMD untersucht:

  • Welche Strategien wenden ältere  Menschen mit AMD und möglicherweise weiteren Erkrankungen an, um mit den Einschränkungen im Alltag umzugehen?
  • Welche Hilfen suchen sie/benötigen sie oder ihr pflegendes Umfeld, um eine Selbstständigkeit zu erhalten trotz schlechteren Sehvermögens?
  • Was bedeutet eine Verschlechterung des Sehvermögens für Menschen im Alter?

Daraus soll zum einen ein Verständnis aus der Sicht Betroffener entwickelt werden, was es bedeutet, als älterer Mensch mit einer Sehverschlechterung umzugehen, und zum anderen sollen mögliche Wissenslücken auf Seiten der Versorger, vor allem Ärzten und Optiker, bezüglich Versorgungsangebote für AMD-Betroffene identifiziert werden.

AMD-Care wird aus diesen Forschungsergebnissen Strategien entwickeln, die die Verbreitung und das Wissen über hilfsmittelbezogene und psychosoziale Beratungsangebote über Augenärzte, Augenoptiker, aber auch Allgemeinmediziner und anderer im Gesundheitswesen Tätiger verbessern.

Laufzeit: 2017 - 2020

Förderer: Friebe-Stiftung

Projektleitung: Dr. Christine Holmberg, Dr. Nina Rieckman

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Anne Thier

 

 

Die altersbedingte Makuladegeneration

Bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) handelt es sich um eine Erkrankung am Auge, die zu einer schweren Sehbehinderung führen kann. Die auf das farbliche Sehen spezialisierten Sinneszellen der Makula in der Augenmitte verlieren dabei ihre Funktion. Diese Stelle im Auge ist für das scharfe Sehen zuständig. Durch die Makuladegeneration wird dieser Bereich stark beeinträchtigt.